Deutsches Talsperrenkomitee (DTK)


MITGLIED DER INTERNATIONALEN TALSPERRENKOMMISSION (ICOLD)

Einleitung

Talsperren im 21. Jahrhundert

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Prof. Dr.-Ing. Peter Rißler, Präsident des DTK: 

Am Beginn des 20. Jahrhundert wurde in Deutschland der Wert von Talsperren für die Trinkwasserversorgung erkannt. In dieser Zeit entstanden in den Mittelgebirgen viele Bauwerke, welche noch heute mit dem Namen „Intze“ verknüpft sind. In der ganzen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde, den steigenden Anforderungen entsprechend, weiter gebaut. Einen regelrechten Boom erreichte der Talsperrenbau dann in den 60er und in den beginnenden 70er Jahren. Später kam er nach und nach weitgehend zum Erliegen, einerseits, weil der Bedarf gedeckt war, andererseits, weil sich die gesellschaftlichen Kräfte zunehmend dagegen formierten.

 

Auch bei Letzteren ist unbestritten, dass die 311 Talsperren, welche nach den ICOLD-Kriterien als große Talsperren einzuordnen sind, und viele kleinere, für die Versorgung des Bürgers und für seinen Schutz gegen Hochwässer, unverzichtbar sind.

 

Das 21. Jahrhundert wird auf dem Talsperrensektor eine Umwälzung bringen: In Deutschland werden wir im Wesentlichen damit beschäftigt sein, die vorhandene Bausubstanz zu erhalten und unsere Anlagen ständig an die Sicherheitsforderungen der Gesellschaft anzupassen. Die neue DIN 19700, veröffentlicht im Juli dieses Jahres, ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Sie ist hier Gegenstand eines Vortrags. 

Im Ausland ist zu differenzieren. In den meisten Ländern Europas und Nordamerikas sind die Verhältnisse ähnlich wie bei uns. Dagegen zieht sich ein Gürtel von Ländern durch die nördliche Hemisphäre, in welcher der Neubau von Sperren geradezu lebensnotwendig ist für die Bekämpfung des Hungers, für den Hochwasserschutz und für die Entwicklung eines annehmbaren Lebensstandards. Ähnliches gilt für Südamerika. Hier ist auch unser Know-how, hier sind auch unsere Erfahrungen gefragt. Nicht umsonst haben wir in unserem Programm Beispiele von Aktivitäten heimischer Firmen im Ausland.

 

Ein Weiteres: Das Gros des weltweiten Talsperrenbestands wurde nach 1950 gebaut. Unsere Sperren sind teilweise bis 50 Jahre älter. Deshalb müssen wir uns schon seit Jahrzehnten mit Rehabilitationsmaßnahmen befassen. Hier ist ein Erfahrungsschatz gewachsen, der auch jenseits unserer Grenzen verwertet werden kann.

 

All dies sind neue Perspektiven. Die „Talsperrengemeinde“ wird sich in diesem Jahrhundert mit neuen Themen zu befassen haben.

Freitag, 28.07.2017 | http://talsperrenkomitee.de/13_deutsches_talsperrensymposium_2004/